Stinus Födel
★☆☆☆☆
Ich hatte eine sehr unangenehme Erfahrung.
Ich habe eine Bohrmaschine gekauft, und der Verkäufer hat vergessen, den Sicherheitstag zu entfernen. Dies fiel mir erst am Auto auf.
Ich kehrte mit der Bohrmaschine zurück, ging an die Info/Rezeption, sagte, der Verkäufer habe vergessen, den Sicherheitstag zu entfernen, und fragte, ob sie ihren Sicherheitstag zurückhaben wolle.
Die Dame schaute mich enorm misstrauisch an und sagte, sie würde ihn nur abmachen, wenn ich eine Quittung vorzeige. Ich sagte ihr, dass die nun irgendwo im Auto sei, und fragte, ob ich wirklich eine Quittung brauche, um einen Sicherheitstag abzugeben. Sie meinte: ja.
Gut, sagte ich und drehte mich um, um noch einmal zum Auto zu gehen und es zu durchsuchen. Es war der 27.06.2026, der Tag, an dem ein Hitzerekord in Bremen aufgestellt wurde, und ich hatte wirklich wenig Lust, in der prallen Sonne nach einer Quittung zu suchen, nur damit die Dame ihren Sicherheitstag zurücknimmt, aber gut.
Dann wollte die Dame mich nicht gehen lassen und bestand darauf, dass ich meine Bohrmaschine dalasse.
Die Unterstellung, ich sei ein Dieb, fand ich nur milde amüsant, aber gut, was macht man nicht alles, um anderen entgegenzukommen, selbst wenn sie nicht das geringste Recht auf das haben, was sie fordern.
Ich schaute wohl langsam ziemlich genervt, und die Dame klopfte auf den Tresen und sagte, sie würde es genau dort behalten.
Widerwillig legte ich die Bohrmaschine ab, ging zum Auto, suchte die Quittung heraus und kehrte zum Tresen zurück. Entgegen ihrer Zusage hatte die Dame meine Maschine entfernt und wohl irgendwo vor mir versteckt.
Jetzt platzte mir der Kragen.
Die Unterstellung, ich sei nicht nur ein Dieb, sondern ein Dieb, der so blöd sei, dass ich zwar vielleicht irgendwie eine Bohrmaschine klauen könne, aber dann so wenig Einfallsvermögen hätte, dass ich die Hilfe der Rezeption bräuchte, um eine Plastikschnur von meinem Diebesgut zu entfernen, empfand ich doch als recht beleidigend.
Der Umstand, dass dann auch noch die Bohrmaschine entgegen der Zusage der Dame vor mir versteckt wurde, vermutlich, um zu verhindern, dass ich sie einfach greifen und weglaufen könne, wenn mein genialer krimineller Plan schiefläuft, war da irgendwie die Krönung der Sache.
Jetzt wurde ich lauter. Ich warf die geforderte Quittung auf den Tresen und verlangte die Herausgabe meiner Bohrmaschine.
Die Dame war ganz empört darüber, wie ich redete, meinte, es sei uns ja allen heiß, und forderte von mir eine Entschuldigung! Diese erteilte ich nicht.
Ich verlangte erneut die Herausgabe meines Eigentums und wies die Dame darauf hin, dass sie meinetwegen auch nicht den Sicherheitstag abmachen müsse; ich habe zu Hause auch eine Zange.
Natürlich bestand sie darauf, dann doch den Sicherheitstag zu entfernen, und schien bei der Herausgabe noch zu zögern. Es schien mir, als überlege sie, die Herausgabe meines Eigentums davon abhängig machen zu wollen, ob ich mich bei ihr entschuldige.
Ich holte gerade Luft, um die Dame darüber zu informieren, dass sie nun langsam die Schwelle davon, mir unbegründet Diebstahl zu unterstellen, dahin überquere, nun selbst Diebstahl zu begehen. Dann aber schien sie es sich anders zu überlegen und händigte mir doch die Bohrmaschine aus.
Sie war dann dabei, meine Quittung wegzuwerfen. Ich sagte nur: „Zettel.“ Sie schleuderte die zerknüllte Quittung auf den Tresen, die ich nahm, und ging.
Eine sehr unangenehme Erfahrung.





